Die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/ Die Grüne, FDP, FWGB im Rat der Stadt Bergneustadt haben zu den Themen Extramarktgelände und bezahlbarer Wohnraum in Bergneustadt zusammengefunden und eine realisierbare Perspektive für beide Themen gefunden.
In der nächsten Ratssitzung am 06.03.2025 präsentieren die vier Fraktionen einen Antrag, die Stadt möge die Einrichtung einer Entwicklungsgesellschaft prüfen, die bezahlbaren Wohnraum an diesem Standort schafft.
Hintergrund ist, dass bezahlbarer Wohnraum heutzutage nur schwer zu finden ist, zudem werden im Rahmen der Sanierung der Mehrfamilienhäuser der MVGM auf dem Hackenberg vermutlich auch die Preise steigen und für einige Mieter unbezahlbar werden.
Das Extragelände liegt seit langem brach und befindet sich seit kurzem im Besitz der Stadt Bergneustadt. Mit dem Kreis sind Verhandlungen zur Errichtung einer Rettungswache auf dem Gelände abgeschlossen, es verbleiben aber noch xxxx m2, für die Rat und Verwaltung lange eine sinnvolle Nutzung gesucht haben. Nun könnten ersten Untersuchungen zufolge ca. 36 zentral gelegene Wohneinheiten entstehen.
Die Entwicklungsgesellschaft aus Stadt und Partnern soll diese und weitere städtische Flächen auf dem Hackenberg und in Wiedenest entwickeln und vermarkten.
Durch die Wohnungsbauförderung der NRW Bank können hierfür zinsgünstige Kredite und Tilgungsnachlässe in Anspruch genommen werden, so dass auch bei der gegenwärtigen Marktlage hier ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu erwarten ist.
Die Verwaltung soll dem Antrag gemäß jetzt aus diesen Rahmenbedingungen ein stimmiges Konzept entwickeln
Bürgermeister Matthias Thul, der bei der nächsten Wahl von den unterzeichnenden Parteien unterstützt wird, freut sich über die Unterstützung.
„Mit der Klimasiedlung Am Wiebusch und dem Neubaugebiet Wiedenest Süd sowie den Wohnungen in der neuen Mitte haben wir Angebote für hochwertigen Wohnraum für mittlere und höhere Einkommen, jetzt ist es an der Zeit, auch an die unteren und mittleren Einkommen zu denken und Angebote zu schaffen“
Fraktionsvorsitzender Reinhard Schulte der CDU meint dazu: „Ursprünglich wollten wir Einzelhandel und hochwertigen Wohnraum auf dem Extragelände, aber die Zeiten haben sich geändert. Es ist schwer genug, den bestehenden Einzelhandel zu halten und die geschaffenen Angebote für hochwertigen Wohnraum sind derzeit ausreichend. Mit der Entwicklungsgesellschaft reagieren wir auf die aktuellen Problemlage und haben als Stadt das Heft des Handelns in der Hand, ohne dabei Kosten für den Haushalt zu verursachen.“
Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen Axel Krieger begrüßt die Entwicklungsgesellschaft: „Wir schaffen viel Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln und können mit der Gesellschaft Einfluss auf ökologisches Bauen und Architektur nehmen. Es wurde auch Zeit, die unteren und mittleren Einkommen in den Fokus zu nehmen.“
Christian Hoene ergänzt für die FDP Fraktion: „Lang genug haben wir diesen Schandfleck im Stadtzentrum ertragen müssen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, ihn zeitnah einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Dazu gehört definitiv bezahlbarer Wohnraum - für Jung und Alt. 36 Wohnungen stärken auch den Einzelhandel und damit die Attraktivität der Innenstadt.“
Auch Mehmet Pektas sieht für die FWGB Fraktion nur Vorteile. „Endlich eine vernünftige Lösung für das Extramarktgelände! Der bezahlbare Wohnraum ist wichtig für junge Paare und Familien mit geringerem Einkommen und Ältere gewinnen durch die Nähe zum Zentrum ein attraktives Zuhause. Nicht zuletzt wird ein solches Konstrukt sicherlich einen Beitrag zur Integration durch gute Nachbarschaft verschiedener Kulturen liefern.“
Durch den gemeinsamen Antrag ist die Mehrheit gesichert und der Weg frei für das große gemeinsame Vorhaben der vier Parteien mit Bürgermeister Matthias Thul in der nächsten Ratsperiode.
Den Antrag finden Sie hier.